Dies und das
Medienmitteilung des A*dS:
Der Lilly-Ronchetti-Preis 2025 des A*dS geht an Regula Wenger
Zum neunten Mal vergibt der Verband A*dS Autorinnen und Autoren der Schweiz den Lilly-Ronchetti-Preis, der dank eines Legats der Winterthurer Lyrikerin Lilly Ronchetti ausgerichtet werden kann. Dieses Jahr wird Regula Wenger für das Projekt «Steindls Kind» ausgezeichnet.
2025 wird zum neunten Mal der Lilly-Ronchetti-Preis verliehen. Der Preis kann dank eines Legats der Winterthurer Lyrikerin Lilly Ronchetti seit 2009 alle zwei Jahre an Autorinnen oder Autoren über 40 Jahre ausgerichtet werden. Er ist mit einem einmonatigen Atelieraufenthalt in Paris sowie 3000 Franken Lebenskostenzuschuss dotiert.
Regula Wenger erhält nach Isabella Huser, Ulrike Ulrich, Viola Rohner, Thomas Sandoz, Isabelle Sbrissa, Beate Rothmaier, Silvia Härri und Lou Lepori den zum neunten Mal ausgeschriebenen Preis. Der Romanauszug überzeugte die Jury (Sara Groisman, Selina Hauswirth, Karsten Redmann, Rico Valär, Barbara Weber und Renato Weber) mit seinen simplen, doch starken Sätzen und mit seiner unaufdringlichen Sprache, die an Poetizität nichts einbüsst. «Steindls Kind» führt uns in eine vermeintliche Landidylle, in die Geschichte einer Familie, in der Unheil zu schwelen scheint. Regula Wenger vermag es, in nur wenigen Abschnitten eine Atmosphäre zu kreieren, der neben dem Duft nach Kirschen etwas nebulös Bedrohliches innewohnt. Eine ahnende Perspektive, die man sonst vielleicht aus Märchen kennt. Zudem überzeugten die fein gewobene Dramaturgie des Textes, die Figuren, die nicht psychologisiert werden, und die Erzählweise, die teils filmisch anmutet und Bilder entstehen lässt.
Regula Wenger lebt mit ihrer Familie in Basel; aufgewachsen ist sie im Laufental (BE/BL). Die Autorin schreibt Romane und Kurzgeschichten und ist als freie Journalistin tätig. Mit ihrem Debütroman «Leo war mein erster» reüssierte Regula Wenger 2014 an den Solothurner Literaturtagen. 2022 veröffentlichte sie die Roadnovel «Lamborghini Görlz». Beide Bücher erscheinen in der Edition 8. Die 55-Jährige engagiert sich als Literaturvermittlerin der Arena Literatur-Initiative Riehen und im Vorstand der Literatur-Nati, der Fussball spielenden Schriftstellerinnen und Schriftsteller der Schweiz. Für ihr Manuskript «Steindls Kind» erhielt sie 2025 einen Werkbeitrag vom Fachausschuss Literatur Basel-Stadt und Basel-Landschaft.
15. Dezember 2025
Werkbeitrag 2025 an Regula Wenger
Werkbeitrag 2025 für Auszüge aus dem Manuskript «Steindls Kind» – vergeben vom Fachausschuss Literatur BS/BL
Mai 2025
Buchtaufe «Lamborghini Görlz» im Oktober 2022
«buchpremiere „lamborghini görlz“. gehört zu den schönsten abenden meines lebens. so viele mir liebe gesichter im publikum. so viel gelächter während des interviews und gekicher während der lesung. ein mentor, der mein augenzwinkerndes schreiben mag und mir gute fragen zu meinem zweitling stellt. danach so viele, die mein buch mit nach hause tragen. und freunde, die ungefragt mitanpacken und wein ausschenken – und natürlich auch trinken – und danach beim abwasch helfen.
und am ende des abends, als ich um mitternacht mit meiner familie, blumen und geschenken glücklich nach hause stolpere und die augen meines müden kindes schon halb geschlossen sind, hält es fest: „mami, ich bin zufrieden mit dir.“
an der buchtaufe waren über 70 menschen – plus ein welpe auf dem schoss einer zuhörerin. ein unschuldiger welpe, der zum ersten mal „in den ausgang“ gehen darf und bei dem ich mich hiermit entschuldigen möchte: hätte ich gewusst, dass er kommt, hätte ich nicht ausgerechnet jene stelle aus meinem buch vorgelesen, in der mein protagonist das rückgrat eines kalten hundes durchtrennt …
(und für die, die das nicht wissen: ein kalter hund ist (auch) ein kuchen.)»
Bitterböse Untertöne …
Regula Wenger wurde 2017 in die «Literatur Arena Riehen» eingeladen, um von einem noch nicht fertiggestellten Werk zu erzählen. Sie las damals Ausschnitte aus ihrem Roman «Lamborghini Görlz» vor, der nun im September 2022 erscheint.
Die Riehener Zeitung berichtete 2017 über diese Lesung:
«Ein Freund habe sie ermuntert, doch einmal etwas mit ‘Action, Autos und Frauen’ zu schreiben. Das habe sie getan. Sie las (in der Literatur Arena Riehen) drei Ausschnitte aus ihrem aktuellen Projekt. (Ihre eigenwilligen Episoden sind) amüsant und mit Lockerheit erzählt, und doch mit bitterbösen Untertönen und durchdrungen von schrägen Widersprüchen. Dass Regula Wenger eine begabte Schreiberin mit einem Flair für das Absurde ist, wurde deutlich, und ihr Romangerüst, aus dem die drei Szenen stammen, lässt Grosses erwarten.»
Vom Waldgut Verlag zur edition 8
2021 musste Beat Brechbühl aus gesundheitlichen Gründen seinen renommierten Waldgut Verlag schliessen. Bei dem Frauenfelder Verlag erschienen die ersten vier Auflagen des Romans «Leo war mein erster». Derzeit ist der Roman vergriffen und in den Buchhandlungen nicht mehr erhältlich. Ab Sommer 2022 wird der Roman jedoch wieder in die Buchhandlungen zurückkehren: Mit dem Zürcher Verlag Edition 8 hat Regula Wenger einen neuen Verlag gefunden. Im Sommer 2022 wird «Leo war mein erster» in der 5. Auflage bei edition 8 erscheinen. Im Herbst 2022 wird edition 8 Regula Wengers zweiten Roman «Lamborghini Görlz» veröffentlichen.
Solothurner Literaturtage 2015
Regula Wenger wurde mit ihrem Erstling an die 37. Solothurner Literaturtage eingeladen. Literaturkritikerin Verena Stössingers Einführung zur Lesung im Stadttheater Solothurn, 16. Mai 2015:
«Zu den besonders überzeugenden Erstlings-Werken gehört dieses Jahr zweifellos Regula Wengers Roman 'Leo war mein erster'. Es ist ein von Beat Brechbühl und seinem Waldgut-Verlag ungemein schön gemachtes Buch, das lebhaft daherkommt mit seinem fröhlich bunten Cover; und auch der Text präsentiert sich schon in den ersten Sätzen als frisch, lebhaft und munter. Lakonisch und witzig, überraschend und voller Leben. (…) Das ist souverän gemacht, überraschend und berührend. (…) Es ist ein reifes Buch, das Regula Wenger vorlegt, eins, das aber mit leichten Füssen daherkommt und keinen literarischen Kunstnebel braucht.»
Schaffhauser Buchwoche 2015
Brief aus der Ostschweiz vom Leiter der Schaffhauser Buchwoche:
«Liebe Frau Wenger, Ihr wunderbarer Roman – menschlich, traurig, heiter, feinsinnig, zuweilen auch schräg, träf und stilsicher formuliert – hat mich gepackt.» Mit diesen Worten lud Georg Freivogel die Autorin zur Schaffhauser Buchwoche ein.
Auszug aus Georg Freivogels Einführung zur Lesung am 3. Dezember 2015 in der Fassbühne:
«Eine Trouvaille! Was mich an der Hauptfigur Pia respektive an der Autorin fasziniert hat, ist ihr Sprachwitz. Das Buch ist – vom Ton und von der Sprache her – grandios. Es ist ein Erstlingsbuch, das man breiter bekannt machen müsste. Ein Geheimtipp!»
"Der erste Satz! Warum genau so und nicht anders?"
Eine Frage des SRF an 14 Autorinnen und Autoren.
Franz Kasperski, Redaktor Kultur online SRF:
„Regula Wengers erster Roman heisst: 'Leo war mein erster'. Er beginnt mit einer ganz einfachen Frage. Ein ganz harmloser Satz. Scheinbar belanglos alltäglich. Dessen Bedeutung verändert sich schlagartig in genau jenem Moment, wenn man weiss, was die Hauptfigur beruflich macht. Wenn man das liest, explodiert dieser Satz.”
http://www.srf.ch/kultur/literatur/der-erste-satz-warum-genau-so-und-nicht-anders